beA: Wie ein Bug die Frist verlängert

Einfach nur zu cool :)

Lesedauer: 2 Minuten

Wie geil, dieser Bug ist zwar schon älter, aber den kannte ich noch gar nicht.

Eigentlich hatte ich mir nur die Meldung auf heise gelesen, in der über den Betreiberwechsel bei beA berichtet wurde:

Die Bietergemeinschaft Westernacher/Rockenstein hat den Zuschlag für Weiterentwicklung, Betrieb und Support des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (beA) erhalten.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Rechtsanwaltspostfach-beA-wechselt-den-Betreiber-4512248.html

Viel interessanter als diese Nachricht sind aber die Anmerkungen am Ende des Berichts, die sich der Autor wohl einfach nicht verkneifen konnte. Kommt mir bekannt vor, wenn IT Dienstleister wie wir nicht einmal mehr Antworten auf unsere Fragen an den technischen Support von beA erhalten – von einem angemessenen Bearbeitungszeitraum solcher Anfragen mal ganz abgesehen – dann kann schon mal die ein oder andere zynische Bemerkung im Nebensatz fallen.

Und mal ehrlich, verlinkt wird dann noch auf das offizielle beA Ausfallprotokoll, das alleine nur für den gerade abgelaufenen Monat August 2019 wie folgt zeigt:

https://bea.brak.de/stoerungsdokumentation

Und das sind bei Weitem nicht alle Zeiten. Über eine Vielzahl unterschiedlicher Kanzlei-Rechner wissen wir, dass das beA System für eine Vielzahl an Benutzern nachweislich (gerichtsbelastbar) häufiger nicht funktional verfügbar war.

Der Beste Nebensatz des Artikels beschreibt allerdings etwas ganz anderes:

Sehr schnell hat sich ein einfacher Workaround herumgesprochen. Der Rechtsanwalt muss seine Nachrichten nur aus dem Papierkorb zurück in einen anderen Ordner verschieben, schon beginnt die Dreimonatsfrist erneut.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Rechtsanwaltspostfach-beA-wechselt-den-Betreiber-4512248.html

Ich kannte diesen Bug wirklich noch nicht, obwohl ich mich fast tagtäglich mit diesem dilettantisch anmutenden System beschäftige. Offenbar wird hier technisch die Frist nicht global bei Erhalt der Nachricht berechnet, sondern jedesmal, wenn sie in den, nennen wir es „Aktiven Nachrichtenbereich“ gelegt wird. Also Papierkorb gleich Müll, aber kommt es aus dem Müll zurück auf den Schreibtisch läuft die Frist neu los.

Ob das hier der Fall ist oder es eine ganz andere technische Begründung gibt nunja, werden wir wohl nie erfahren. Trotzdem ist es schon irgendwie witzig und diese paar Zeilen allemal wert.

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patrick.ruppelt