ITK Klimabilanz 2019: Klimaneutrales Arbeiten so gut es geht plus freiwillig 50.000 kg echte CO2 Kompensation

Lesedauer: 6 Minuten

Das „Ewige Eis“ unserer Polkappen schmilzt sechsmal so schnell wie noch in den 80er Jahren. Der Präsident der größten westlichen Weltmacht leugnet den menschengemachten Klimawandel. Die AFD schließt sich wie üblich dem dämlichsten Gedankengut der Menschheit an und findet traurigerweise auch noch zunehmend Wählerschaften. Auf der Klimakonferenz 2019 wurde viel geredet, die Politik lamentiert, eine halbe Million Bürger protestierten vor den Toren der Konferenz und passiert ist bisher trotzdem wie immer… praktisch nichts.

Heute früh höre ich im Radio, dass die liebe Ursula von der Leyen zwar ihren „grünen Deal“ weiter bewirbt, sich die europäischen Staats- und Regierungschefs aber bisher nicht auf das Ziel „Klimaneutralität bis 2050“ einigen konnten. Erinnert mich irgendwie an das von unserer Bundeskanzlerin Anfang des Jahres ausgesprochene Ziel, dass Deutschland bis 2050 klimaneutral sein soll.

„Weh tun“ soll es aber bitte nur im Marketing. Wirklich etwas dafür tun wollen wir natürlich ebenso wenig wie darüber nachdenken, dass man bis dahin noch viel mehr CO2 anhäufen wird, das ja auch abgebaut werden muss.

Ein zentrales Problem: CO2

Es gibt ein paar Zahlen1)https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/un-klimakonferenz-madrid-muehsamer-kampf-gegen-die-erderwaermung-16514420.html. Laut Germanwatch landet die Bundesrepublik in Sachen Klimaschutz nur auf Platz 27 von 60. Mittelmaß. Bedenkt man aber die Stärke Deutschlands im Vergleich zu wirklich armen Ländern, so finde ich dieses Ergebnis erschütternd.

Den Ausstieg aus der Kohleenergie wird der Sprössling meines Kollegen frühestens an seinem 18. Geburtstag erleben. Falls bis dahin nicht alles noch zehn Mal nach hinten raus geschoben wird.

752 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) verbrauchen wir hier jedes Jahr. Das sind 9,2 Tonnen pro Kopf.

In einen handelsüblichen Luftballon passen rund 2,5 Liter CO2. Ein Liter CO2 wiegt 1,96 Gramm. Der jährliche CO2 Verbrauch eines einzelnen Bundesbürgers würde demnach knapp zwei Millionen Ballons füllen.

Vielleicht etwas anschaulicher ausgedrückt, pro Kopf ergibt das 5.142 mit CO2 befüllte Ballons am Tag. Oder noch einfacher, wenn Sie bis hier hin eine gute Minute mit dem Lesen dieses Artikels verbracht haben, dann haben Sie für Ihre Heizung, Ihren Strom, einfach nur für Ihr Dasein ganze sieben Luftballons mit reinem Treibhausgas gefüllt. Krass, oder?

Der Weg zur Klimaneutralität

So kann das nicht weitergehen. Bis 2050 will Deutschland klimaneutral sein. Dass ich nicht lache. Stochastisch unmöglich. Wer mehr zu meiner fundierten Einschätzung dazu wissen möchte, dem sei der Artikel https://www.itk-security.de/thema-des-tages-fridays-for-future/ empfohlen. Dort gehe ich auch darauf ein, was wir als ITK SECURITY GmbH bereits in den vergangenen Jahren gemacht haben, um weitestgehend klimaneutral zu sein.

Wir haben schon in den vergangenen Jahren viel gemacht, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verbessern:

  • Rechenzentrum mit Brunnenkühlung
  • M/Ökostrom
  • Schaltbare Stromkreisläufe
  • Schonen von Rohstoffen
  • Papierloses Büro
  • Klimaneutraler Versand
  • Neutralisierung fossiler Brennstoffe
  • Dienstfahrräder „Brompton“

Trotzdem glauben wir nicht, dass das reicht. Wir wollen mehr tun.

Es ist ehrlich gesagt gar nicht so einfach, das richtige Mittel zu finden. Was man an „verifizierten“ Informationen finden kann ist wahrlich wenig. Das Angebot der Bundesregierung zu diesem Thema ist eine komplette Lachnummer. Null Informationsgehalt, kaum auffindbare Studien und sinnlose CO2 Rechner, die nichts mit meiner Firma zu tun haben.

Es gibt Unternehmen wie den TÜV, die ab etwa 5.000,- € den CO2 Abdruck eines Unternehmens bestimmen. Geholfen ist damit noch niemandem so wirklich. Wir sind außerdem ein kleines Unternehmen mit gerade einmal vier eigenen Mitarbeitern. Von denen nur zwei in Vollzeit angestellt sind. Wir möchten etwas tun und nicht noch mehr CO2 sinnlos für Berater verblasen.

Unsere Wahl: atmosfair

Bei meiner Recherche bin ich schlussendlich bei atmosfair2)https://www.atmosfair.de/de/fuer_unternehmen/kmu_und_mittelstand/ hängen geblieben.

Das Angebot erscheint mir schlüssig und extrem transparent. Es werden hier eben nicht nur Bäume gepflanzt (was wir ja auch bisher schon getan haben, die aber irgendwie auch mindestens 50-100 Jahre wachsen müssen um den Zweck zu erfüllen), sondern es wird in eine Vielzahl von nationalen und internationalen Projekten investiert. Das Projekt richtet sich außerdem auch im Besonderen an kleine und mittelständische Unternehmen, die etwas leisten wollen, aber eben kein Weltkonzern sind.

Quelle: atmosfiar KMU und Mittelstand3)https://www.atmosfair.de/de/fuer_unternehmen/kmu_und_mittelstand/

Auf der Webseite des Anbieters gibt es eine Fülle an Informationen. Gängige UN-Standards sowie akzeptierte Umweltschutzstandards („Gold Standard“) werden eingehalten.

Wissenswertes findet sich auch in den bereitgestellten Marketingunterlagen, wie z. B. einem kompakten Flyer4)https://www.atmosfair.de/wp-content/uploads/neuatmosfair_flyer_de_20170927_rz_print.pdf

Insgesamt wirkt alles sehr, sehr transparent. Ich glaube – und hoffe – dass wir hier auf das richtige setzen. Ich habe ein gutes Gefühl dabei.

Die Frage der Berechnung

Bliebe trotzdem noch die Frage der Berechnung… ich habe dazu keine Referenzen, keine Vergleichswerte, nichts praktisches gefunden.

Was wissen wir?

  1. Wir arbeiten sowieso schon klimaneutral, wo immer es geht.
  2. Bei unvermeidbarer Nutzung fossiler Brennstoffe kompensieren wir bereits über das BP Target Neutral Programm.
  3. Mit den aktuellen Zahlen des Klimagipfels kämen wir bei drei Vollzeitmitarbeitern auf 27.600 kg CO2. Das schließt allerdings den häuslichen Bereich mit ein und beachtet überhaupt nicht, dass wir ohnehin schon ziemlich klimaneutral arbeiten.

Weil wir mit positivem Beispiel voran gehen wollen vergessen wir einfach für einen Moment, was wir sowieso schon alles tun, und kompensieren nochmal alles. Und runden dabei sehr großzügig auf eine Investition in die Kompensation von 50.000 kg CO2 auf5)https://www.atmosfair.de/de/kompensieren/wunschmenge.

Ich denke, damit können wir mit Fug und Recht behaupten, mehr als nur klimaneutral zu sein. Und genau das ist schon seit 2010 eine unserer obersten Unternehmensleitlinien6)https://www.itk-security.de/entwickeln-einer-unternehmenskultur/#23225_Umweltbezug.

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Quellenverzeichnis   [ + ]

patrick.ruppelt